Die GGS Weimarer Straße liegt im Kölner Stadtteil Höhenberg und ist eine 3 zügige schwerpunktmäßige GL- Schule mit ca. 265 Kindern, davon ca. 50 mit Behinderung. Ca. 90% der Kinder haben einen Migrationshintergrund. Unsere Schule versteht sich als Inklusive Schule.

225 Kinder werden in 12 Gruppen in der offenen Ganztagsschule betreut. Der pädagogische Schwerpunkt der OGS liegt im Bereich „Bewegung und Sport“.

Zurzeit arbeiten 27 KollegInnen – davon 6 Förderschulkolleginnen – an der Schule. Die pädagogische Arbeit kennzeichnet sich durch offene Unterrichtsformen (Freie Arbeit, Wochenplan, Werkstattunterricht, etc), soziales Lernen (Streitschlichterprogramm), Lernen mit neuen Medien und ein vielfältiges Schulleben mit intensiver Elternarbeit. Wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Arbeit ist außerdem die enge Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen und Institutionen (Therapiezentrum, GL-Arbeitskreis, Jugendamt etc).

Pädagogische Struktur

So wie die Lebenssituation der Kinder Beachtung findet in unserer Arbeit, muss unser pädagogisches Handeln auch durch die Individualität des einzelnen Kindes bestimmt werden, denn unsere Schule soll eine Grundschule für alle Höhenberger Kinder sein.

Aus diesem pädagogischen Ziel hat sich ergeben, dass auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unsere Schule besuchen. Das Gemeinsame Lernen (GL) für behinderte und nichtbehinderte Kinder hat sich darum in den letzten Jahren zu einem wesentlichen Kernpunkt unseres Schulprogramms entwickelt.

GL – Gemeinsames Lernen für behinderte und nicht behinderte Kinder

“Die Schule ist für die Kinder da und zwar immer für die Kinder, die gerade da sind!“

Rechtliche Grundlagen

(früher: GU – Gemeinsamer Unterricht)
Die soziale, schulische und berufliche Integration aller Mitglieder unserer Gesellschaft ist ein Teil unseres Grundgesetzes (Artikel 3,3 GG). Dieser gesellschaftlichen Aufgabe darf sich deshalb auch keine Schule entziehen.

Seit 1995 besteht eine rechtliche Grundlage für die gemeinsame Beschulung von behinderten und nichtbehinderten Kindern in der Regelschule (Schulverwaltungsgesetz § 4). Sowohl die Vereinten Nationen als auch die Europäische Union betonen in ihrer allgemeinen Erklärung, dass schulische Bildung möglichst inklusiv zu gestalten ist, denn Bildung ist Menschenrecht. Inklusiv heißt in diesem Zusammenhang: Alle Kinder werden gemeinsam beschult. Diese Forderung ist in der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen, die 2007 von Deutschland unterzeichnet wurde, festgehalten.

Unser Weg zur inklusiven Schule

Auf dieser rechtlichen Grundlage haben wir uns im Jahr 2007 auf den Weg zur Inklusiven Schule gemacht. Das Gemeinsame Lernen praktiziert die GGS Weimarer Straße seit über zwanzig Jahren. Von den 265 Kindern, die unsere Schule besuchen, haben  ca. 50 Kinder einen Förderbedarf. Die meisten unserer Förderschüler haben einen Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung, im Bereich Lernen und Sprache und Kommunikation. Aber auch Kinder mit einem Förderbedarf in ihrer körperlich-motorischen Entwicklung, geistigen Entwicklung  und autistische Kinder lernen an unserer Schule.
Grundsätzlich steht die Schule allen Kindern offen, wenn die räumlichen und personellen Bedingungen eine bestmögliche Förderung des Kindes gewährleisten.
Grundidee des Gemeinsamen Lernens der Grundschule Weimarer Straße ist es, dass alle Kinder unseres Stadtteils (und mittlerweile auch darüber hinaus) mindestens vier Jahre gemeinsam in eine Schule gehen können: Ob sie leistungsstark sind oder Lernprobleme haben – ob sie in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt sind oder zukünftige Profifußballer sein könnten – ob sie mit seelischen Nöten zu kämpfen haben oder sich selbstbewusst und draufgängerisch geben – und auch die Kinder, die von allen Aspekten ein wenig zeigen.

So wird die Inklusion an unserer Schule umgesetzt

Jedes Kind soll entsprechend seines individuellen Lernweges begleitet werden und sein eigenes Leistungspotenzial ausschöpfen können.
Alle Kinder einer Klasse bleiben im Klassenverband. Gegenseitiges Verständnis, Hilfsbereitschaft und vielseitige Lernanregungen fördern die allgemeine und schulische Entwicklung aller Kinder. Das Gemeinsame Lernen wird in allen Klassen unserer Schule durchgeführt.

Deshalb arbeiten auch in allen Klassen Grundschullehrerinnen und Förderschullehrerinnen im Klassenteam zusammen. Sie haben eine gemeinsame Gesamtverantwortung für alle Kinder der Klasse. Gemeinsam planen und führen sie den Unterricht in der Klasse durch. Dabei kann sowohl die Grundschullehrerin als auch die Förderschullehrerin den Unterricht im gesamten Klassenverband leiten bzw. einzelne Kinder in ihrem Lernprozess unterstützen. Ebenso hat Team-Teaching hier seinen Platz.In der Teamarbeit kommen die in der entsprechenden Ausbildung erworbenen Kompetenzen zum Tragen. Die Förderschullehrerin bietet ihren Wissens- und Erfahrungsschatz allen Schülern der Klasse an. Lernschwierigkeiten in verschiedenen Bereichen, Verhaltensprobleme der Kinder, gemeinsame Elterngespräche zu Verhaltens- und Lernauffälligkeiten, das Auffangen von Problemen, die bestimmte Behinderungen und Beeinträchtigungen mit sich bringen, sind hier u.a. als Arbeitsfelder neben der allgemeinen unterrichtlichen Tätigkeit zu nennen.
Eine flexible innere Organisation des Lernens ermöglicht es, das aktuelle Befinden der Kinder und eventuelle Problemsituationen zu berücksichtigen. Konfliktklärungen können sofort angegangen und müssen nicht aufgeschoben werden. Für diese Teamarbeit findet ein intensiver Informationsaustausch der in der Klasse arbeitenden Lehrerinnen statt.

Räume

Folgende Räumlichkeiten stehen bei uns zurzeit für besondere Fördermaßnahmen zur Verfügung: ein großer Förderraum (mit Spielen, Computer, Baumaterialien, Büchern etc.), der auch als „Rückzugsraum“ genutzt werden kann; Therapieräume, die gemeinsam mit dem Kölner Therapiezentrum genutzt werden und u.a. mit einer Kletterwand, Schaukel etc. ausgestattet sind; zwei kleine Förderräume…

Ziele

Unser Ziel ist es, dem Kind in seiner Ganzheit gerecht zu werden. Jedes Kind soll im Rahmen seiner individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten gefördert werden. Von daher halten wir eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern für unabdingbar. Auch die Kontakte und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen und Fachleuten (Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter etc.) sind besonders wichtig, um die Probleme der Kinder umfassend zu betrachten, anzugehen und eventuell lösen zu können.

Das von uns dargestellte Konzept des Gemeinsamen Unterrichts an der Grundschule Weimarer Straße zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht als starres Programm zu verstehen ist, sondern einer ständigen Weiterentwicklung unterliegt.

Die Erfahrungen der letzten Jahre bestärken uns darin, dass der von uns eingeschlagene Weg der richtige ist. Erfindungsreiche Problemlösungswege machen Mut, auch schwierige Situationen in Angriff zu nehmen. Die kognitive und soziale Entwicklung unserer Schüler – in einem Klima von Vielfalt, Toleranz und gegenseitigem Respekt – bestärkt uns in unserem schulischen Alltag, den Weg zur Inklusiven Schule weiter zu gehen.